Bei Grevet-Events ist die Strecke gescoutet, und den Track bekommst du von uns — mit den wichtigsten Versorgungs- und Kontrollpunkten bereits als POI markiert. Du musst keine Route bauen und keine Wege gegenprüfen. Umso wichtiger sind die Werkzeuge, die den gegebenen Track lesbar machen: Sie zeigen Versorgung, Wetter und Wind entlang der Strecke, aufgeschlüsselt für den Kilometer, an dem du ankommst. Kein Ranking, sondern der passende Stapel je Aufgabe.

Wichtig: Der Track, den wir bereitstellen, enthält bereits die wesentlichen POIs — Kontrollpunkte, Wasser- und Versorgungsstellen. Warum diese Punkte oft wichtiger sind als die Linie selbst, erklärt Der stille Lotse. Die folgenden Werkzeuge ergänzen diese POIs, ersetzen sie aber nicht.

Tipp: Ergänzend zu den Tools hilft die komplette Pack- und Pflicht-Checkliste.

Navigation

Grundlage ist ein GPS-Gerät oder Fahrrad-Computer, auf den du den bereitgestellten Track (GPX) aufspielst. Ein dediziertes Gerät ist dem Smartphone vorzuziehen: bessere Akkulaufzeit, wetterfest, auch bei Nässe bedienbar. Track vorab laden und offline verfügbar halten, Smartphone als Backup.

Versorgung: Wasser, Läden, Tankstellen

Versorgung ist Teil der Schwierigkeit einer Route — eine lange Wasser- oder Ladenlücke wiegt schwerer als mancher Höhenmeter. Diese Werkzeuge legen die Versorgung entlang des Tracks auf.

  • OnRouteMap — GPX hochladen, und das Tool findet Supermärkte, Tankstellen, Bäcker und Trinkwasser entlang der Strecke. Öffnungszeiten aus Google, filterbar nach Tag und Uhrzeit (etwa Sonntag 06:00). Export als GPX/KML, Server in Deutschland, kein Account.
  • PitStopper — über 60 POI-Kategorien, akzeptiert GPX und Garmin-FIT, erzeugt Wegpunktliste oder Cue-Sheet.
  • POI Ahead — rechnet aus Track und Schnitt die voraussichtliche Ankunftszeit je Versorgungspunkt.
  • Watrify — Trinkwasserstellen weltweit, auch als App mit Offline-Cache.
  • Refill Deutschland — Läden und Cafés zum kostenlosen Auffüllen.
  • Overpass Turbo — direkte Abfrage der OpenStreetMap-Datenbank — Rohdaten, maximale Kontrolle, steile Lernkurve.

Fertige Overpass-Abfragen. Anklicken, in Overpass Turbo zur eigenen Route zoomen und auf „Ausführen“ klicken; jeder Treffer lässt sich als GPX exportieren und in den Track laden.

Wetter und Wind

Eine normale Vorhersage gilt für einen Ort. Über 300 Kilometer sind aber viele Wetter — entscheidend ist, was am jeweiligen Kilometer zur Ankunftszeit passiert, und aus welcher Richtung der Wind kommt.

  • gpx-forecast.com — Wetterkurve entlang der Strecke: Track rein, Startzeit und Schnitt einstellen. Kein Account.
  • routeweather.cc — gleiches Prinzip, schlank im Browser, auch am Handy.
  • Windy — visuell stärkste Darstellung mit Modellen und Frontenverlauf; GPX-Overlay.
  • myWindSock — legt die Windprognose auf den Track und schlüsselt Gegen-, Seiten- und Rückenwind je Abschnitt auf, inklusive des günstigsten Startfensters. Freemium.

Tageslicht und Sonne

Tageslicht ist so planbar wie Regen. Wann wird es dunkel (Licht-Pflicht, Nacht-Versorgungsfenster)? Und wo steht die Sonne (tiefe Sonne blendet, morgens aus Osten, abends aus Westen)? Sonnenauf- und -untergang zeigen GPS-Uhr, Radcomputer und viele Routenwetter-Tools; die Sonnenrichtung je Punkt liefert SunCalc.

Offline-Karten (Backup)

Das Handy kann ausfallen, das Netz kann fehlen — eine Offline-Karte tut es nicht. Grundregel: herunterladen, bevor man es braucht, und das Funkloch bewusst einplanen.

  • OsmAnd — offline Navigation plus vollwertige GPX-Aufzeichnung, Open Source.
  • Organic Maps — schlank, offline, datensparsam, kein Account, Open Source.
  • Mapy.com — sehr lesbare Rad- und Wanderkarten, stark für Mitteleuropa (Offline teils abopflichtig).
  • Locus Map — mächtiger Offline-Allrounder mit Track-Aufzeichnung.

Übernachten und Biwak

  • OpenCampingMap — Campingplätze, Biwakplätze und Schutzhütten aus OSM.
  • iOverlander — community-gepflegte Schlafplätze, Wasser und Sanitär, werbefrei.
  • Park4Night — größere Datenbank, werbe- und abofinanziert.
  • Warmshowers — Gastgeber-Netzwerk für reisende Radfahrer:innen.
  • outdoor-karte.de — Hüttenkarte mit Ausstattungsdetails. Legal übernachten heißt: ausgewiesene Trekking- und Biwakplätze.
  • Booking.com — festes Dach, meist auch am selben Tag mit später Anreise.

Nacht: Versorgung und Mikro-Rast

Ab dem späten Abend sind Läden zu. Verlässlich bleiben 24-Stunden-Tankstellen (über den OnRouteMap-Filter oder eine Overpass-Abfrage nach opening_hours=24/7 als Stützpunkte setzen). Wasser ist fast immer verfügbar — Brunnen und Friedhofshähne kennen keine Öffnungszeiten. Für die Mikro-Rast taugen Schutzhütten und überdachte Bushaltestellen. Eiserne Regel: nie auf den einen Punkt kalkulieren, immer Extrakalorien und eine Biwak-Option mitführen.

Live-Tracking

Live-Tracking läuft über unsere eigenen Apps: Mit dem Grevet Tracker (iOS) teilst du während der Fahrt deine Position; der Grevet Manager (iOS) bündelt die Organisation rund um Anmeldung und Fahrt. So bleibt das Tracking in der Grevet-eigenen Infrastruktur. Eine Android-Version ist in der Testphase und folgt in Kürze.

Notausstieg: die Bahn

Der häufigste Abbruchgrund ist ein Defekt oder der eigene Körper, nicht der Wind. Der Notausstieg gehört deshalb zur Planung.

  • DB Navigator — nächste Verbindung und Ticket direkt in der App.
  • bahn.expert — Echtzeit-Abfahrten, Wagenreihung und ob ein Zug Fahrradmitnahme bietet.
  • Rinko-Bag — ein zerlegtes, in der Tasche verpacktes Rad gilt als Handgepäck: Mitnahme in jedem Zug, auch im ICE, ohne Reservierung und Wintersperre.
  • FlixBus — verpacktes Rad als Sondergepäck — Backup, wenn kein Radplatz frei ist.
  • GPEXIT berechnet Euch den besten Weg zum nächsten Bahnhof.

GPX-Handwerk

gpx.studio ist das Schweizer Taschenmesser der Track-Vorbereitung: Track im Browser laden, Wegpunkte setzen, mit POIs zusammenführen, Höhenprofil reparieren und Formate konvertieren. Open Source, kein Account. Entscheidend für den Alltag: Ein Versorgungs-Tool nützt nur, wenn sich die gefundenen Punkte als GPX aufs Gerät exportieren lassen.

Kombination statt Super-App

Es gibt kein Mastertool, sondern den richtigen Stapel: das GPS-Gerät für den Track, ein Versorgungs-Scanner, ein Wetter-Tool für den Wind, eine Offline-Karte als Backup. Erfahrene Fahrer:innen bereiten mehrere mögliche Verläufe derselben Fahrt vor — eine schnelle für Rückenwind und Tageslicht, eine versorgungssichere, eine defensive fürs kippende Wetter. Welche am Tag X gefahren wird, entscheidet sich kurz vor dem Start aus Wind, Prognose und Tagesform. Streckenspezifische Details stehen im jeweiligen Vorbereitungshandbuch; siehe auch Rad & Ausrüstung und Vorbereitung.

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