Zeitraum
05. Juni – 21. Ju
ni
Social Grevet 06. Juni
Zeitfenster: 27 Stunden

Startort

Cottbus

Distanz
300 Km

Anstieg
ca. 1000 Hm

Geländeanteil
ca. 80%

Schwierigkeit
7/10

Hier hat die Erde gebrannt.

Nicht im übertragenen Sinne – sondern buchstäblich, jahrzehntelang, unter dem, was du fährst. Das Lausitzer Braunkohlerevier ist kein touristisches Konzept und keine Industriekulisse, die man besucht, um sich betroffen zu fühlen und weiterzufahren. Es ist ein Eingriff von einer Tiefe und Flächigkeit, der seinesgleichen in Mitteleuropa sucht: Dörfer wurden umgesiedelt – über hundert allein in der Lausitz, manche mehrfach – Landschaften abgetragen, Grundwasserspiegel auf Jahrzehnte manipuliert, Flüsse in neue Betten gezwungen, Wälder beseitigt, weil unter ihnen Kohle lag. Was unter der Oberfläche lag, wurde nach oben geholt. Was oben war, verschwand.

Was bleibt, sind Wege durch eine Landschaft im Übergang. Dämme zwischen neu gefüllten Tagebauseen, deren Ufer noch keine gewachsene Vegetation kennen. Forstwirtschaftswege durch Aufforstungsflächen, wo der Wald jung ist und der Boden noch nicht vergessen hat, dass er vor zwanzig Jahren etwas anderes war. Schottertrassen auf ehemaligem Grubengelände – breiter Untergrund, gute Traktion, aber keine Idylle. Die Abraumhalden, begrünt und mit Aussichtsplattformen versehen, sind die neuen Hügel einer Landschaft, die natürliche Erhebungen nie kannte. Es gibt hier Berge, die jünger sind als manche Radfahrer, die sie befahren.

Diese 300-Kilometer-Etappe gibt dem Revier die Zeit, die es verdient. Du kannst das Ausmaß nicht von einer Karte ablesen – du musst es abfahren. Kilometer für Kilometer erschließt sich die innere Logik dieser Landschaft: die Gleichzeitigkeit von Abriss und Aufbau, die Kürze des Übergangs zwischen Grube und See, die eigenartige Stille über Gewässern, in denen noch keine Geschichte wohnt. Die Lausitz ist eine der wenigen Landschaften in Deutschland, in der man diese Gleichzeitigkeit noch körperlich erleben kann – nicht als Gedanke, sondern als Gelände.

Cottbus ist kein romantischer Ausgangspunkt, aber ein ehrlicher. Eine Stadt, die ihren Wandel nicht in Hochglanz verpackt: Strukturwandel als gelebte Realität, nicht als Imagebroschüre. Das Cottbuser Ostsee-Projekt, der größte künstlich angelegte See Deutschlands nach Fertigstellung, liegt wenige Kilometer entfernt und ist noch im Entstehen. Von hier aus führen die Wege tief in das Revier: durch alte Bergarbeiterdörfer, die ihre Identität behalten haben, obwohl ihr wirtschaftlicher Grund weggefallen ist; vorbei an Kraftwerksanlagen, die teils noch laufen, teils bereits abgerissen werden; über Deiche zwischen Teichen, die in zwanzig Jahren Seenlandschaft sein sollen. Ob das gelingt, ist noch offen. Heute sind sie still und fremd und auf ihre Weise sehr schön.

Am Ende dieser Etappe – wenn die Beine schwer sind und das Licht tief steht – leuchten die Seen. Selbst hier. Vielleicht gerade hier. Das ist kein trotziger Satz, sondern eine Beobachtung: Wasser nimmt immer das Licht an, das es bekommt. Und das Licht über der Lausitz ist, besonders im Juni, außergewöhnlich.

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