Spontan um zwölf ab Moabit: 200 Kilometer Grevet #1 Berlin durch ein hochsommerliches Brandenburg im April. Jan O.K. fährt durch Windparks, Sand, Buckelpisten und Regen, stürzt bei Kilometer 120 auf dem Plattenweg — und rollt am Ende mit Rückenwind und Nachtgeistern durch den Düppeler Forst zurück.
Die Grevet-Saison 2026 hat in sieben Regionen begonnen – Berlin/Brandenburg, Hamburg, Bayern, Franken, Niederrhein, Thüringen, Österreich. Sieben Auftakte, sieben Strecken, gleiches Format, komplett unterschiedliches Terrain. Eiskaffee am Niederrhein, Büffel im Fläming, Schwarzenegger in Graz, eine Modelleisenbahn in Bayern. Ein Bericht aus erster Hand und aus den Regionen.
Warum erinnern sich fünf Kilometer Pflaster größer als hundert Kilometer Rollen? Der Text verbindet Langstrecke, Erinnerung und kognitive Psychologie — von Kahnemans Peak-End-Regel bis zur geschlossenen Tankstelle nach Kilometer 184.
Bevor der Radsport ein Spektakel war, war er Staub. Staub auf der Straße von Wien nach Berlin, auf den Hosenbeinen von Männern, die niemand kannte und die trotzdem ankamen. Den Mythos des reinen, unverfälschten Radsports hat es nie gegeben. Jede Epoche hatte ihre Verwertungslogik. Die heutige ist von anderer Qualität.
Diese Seite versammelt die zentralen Originalquellen zur Distanzradfahrt Basel–Cleve (1894) – einem der frühesten großen Langstreckenrennen im deutschsprachigen Raum. 620 Kilometer vom Oberrhein bis zum Niederrhein, gefahren auf Schotter, Pflaster und Staub, ohne Licht, ohne Gangschaltung, ohne Begleitung. Die Texte stammen von den Fahrern selbst – Grüttner, Killinger, Schweinsmann, Guthknecht, Mündner – ergänzt durch die offizielle Ergebnisliste, die Festberichte aus Cleve und die zeitgenössische Presse (u. a. Neues Münchener Tagblatt). Sie zeigen Radfahren als das, was es damals war: körperlich, direkt, ungeschminkt. Basel–Cleve war kein Abenteuer für Romantiker, sondern eine Prüfung aus Wind, Nacht und Erschöpfung – und zugleich die Geburtsstunde des Fernfahrens in Deutschland. Wer diese Quellen liest, erkennt: dieselbe Zähigkeit, dieselbe Konzentration, dieselbe Einsamkeit wie heute. Nur das Werkzeug hat sich geändert.
Originalberichte von 1894: Hirsch, Grüttner und Gerger erzählen Mailand–München über Brenner, Sturm, Schieben, Stürze und Impro-Verpflegung (Wein, Selters, Schnaps). München feiert, das „Münchener Kindl“ dichtet, Dr. Speer protokolliert Puls und Maße. Keine Romantik – nur belastbare Geschichte als Fundament für heutige Langstrecken.
639 Kilometer, 12.000 Höhenmeter, durchgehend Regen: Die erste Grevet-Distanzfahrt von Wien nach Triest war ein echtes Abenteuer. Über historische Routen, durch Nebel und Gewitter, autofreie Organisation – ein Rückblick auf eine Reise zwischen Moderne, Mythos und mediterraner Sehnsucht.
Thorben fährt Hamburg–Berlin rückwärts. 422 km, 32 Stunden. 170 km Singlespeed. Mitten durch Nebel, Baugruben, Nachtwälder und Wendland-Heide. Er überquert die Elbe auf einer Treppe, schiebt durch eine Autobahn-Baustelle und schläft zwischen den Gräbern der Altsteinzeit. Ein Grevet, wie es im Fahrtenbuch steht – wenn auch rückwärts. Und mittendrin: Fragen ohne Netz, Navigation ohne Akku – und das leise Staunen über eine Route, die sich im Nebel neu erfindet.
300 km, 4.500 Hm, 40 Stunden – und das alles mit einem Gravel-Lastenrad: dem Cargo Gravel Gravit Dust von Hase Bikes. Grevet #4 2025 führte durch die sächsisch-böhmische Schweiz – über Tunnel, Grenzen und ruppige Trails. Zwei Tage, vier Checkpoints, magische Abendlichter und ein Finale über den Sněžník zurück nach Dresden. Ein Ride, der zeigt: Abenteuer ist Einstellungssache – und mit dem richtigen Setup machbar.
Grevet #4: 400 Kilometer Gravel zwischen Hamburg und Berlin – eine Nachtfahrt durch Stille, Gegenwind und Geschichte. Zwischen Schiffshebewerk, Elbsand, Tierbegegnungen und Sonnenaufgang. Ein persönlicher Bericht über Ausdauer, Orientierung und das Ankommen bei sich selbst.