Ein Rückblick auf die Ausgabe 2026: die Hitze, das Feld und ein ganzes Bündel Geschichten, die alle am selben Wasser enden. Die Strecke hat einen langen Sog. Sie läuft von Wien nach Süden, über den Semmering, durch Slowenien, über den Karst, hinunter zu dem Hafen, der einst Mitteleuropa mit der Adria verband — eine Kreuzung der Sprachen und Kaffeehäuser, dort wo die Berge endlich ans Meer stoßen. Über weite Strecken folgt sie dabei einer alten Spur: der Südbahn, jener Eisenbahn, die im 19. Jahrhundert als erste Wien mit Triest verband und sich über den Semmering ins Gebirge schraubte. Man fährt, ohne es recht zu merken, entlang einer Linie, die längst vor einem gezogen wurde — und die weit im Süden, in Slowenien, noch einmal auftauchen wird. Für viele ist Wien–Triest deshalb weniger ein Rennen als eine Pilgerfahrt.
Erfahrungsbericht · 385 km · Lübeck → Ostsee → Schwerin · Juli 2026 Ein Gastbericht von […]
Kommt nicht mit Gelinggarantie. Auf der Packung steht ein Wort, das alles verspricht: Gelinggarantie. Man reißt […]
Warum wir so lange Fahrrad fahren – und was das mit der Krise der Aufmerksamkeit zu tun haben könnte.
Grevet #3 Berlin/ Brandenburg · Cottbus → Lausitz → Cottbus Ein Essay in zwölf Kapiteln. 300 […]
Warum erinnern sich fünf Kilometer Pflaster größer als hundert Kilometer Rollen? Der Text verbindet Langstrecke, Erinnerung und kognitive Psychologie — von Kahnemans Peak-End-Regel bis zur geschlossenen Tankstelle nach Kilometer 184.
Bevor der Radsport ein Spektakel war, war er Staub. Staub auf der Straße von Wien nach Berlin, auf den Hosenbeinen von Männern, die niemand kannte und die trotzdem ankamen. Den Mythos des reinen, unverfälschten Radsports hat es nie gegeben. Jede Epoche hatte ihre Verwertungslogik. Die heutige ist von anderer Qualität.
Diese Seite versammelt die zentralen Originalquellen zur Distanzradfahrt Basel–Cleve (1894) – einem der frühesten großen Langstreckenrennen im deutschsprachigen Raum. 620 Kilometer vom Oberrhein bis zum Niederrhein, gefahren auf Schotter, Pflaster und Staub, ohne Licht, ohne Gangschaltung, ohne Begleitung. Die Texte stammen von den Fahrern selbst – Grüttner, Killinger, Schweinsmann, Guthknecht, Mündner – ergänzt durch die offizielle Ergebnisliste, die Festberichte aus Cleve und die zeitgenössische Presse (u. a. Neues Münchener Tagblatt). Sie zeigen Radfahren als das, was es damals war: körperlich, direkt, ungeschminkt. Basel–Cleve war kein Abenteuer für Romantiker, sondern eine Prüfung aus Wind, Nacht und Erschöpfung – und zugleich die Geburtsstunde des Fernfahrens in Deutschland. Wer diese Quellen liest, erkennt: dieselbe Zähigkeit, dieselbe Konzentration, dieselbe Einsamkeit wie heute. Nur das Werkzeug hat sich geändert.
Originalberichte von 1894: Hirsch, Grüttner und Gerger erzählen Mailand–München über Brenner, Sturm, Schieben, Stürze und Impro-Verpflegung (Wein, Selters, Schnaps). München feiert, das „Münchener Kindl“ dichtet, Dr. Speer protokolliert Puls und Maße. Keine Romantik – nur belastbare Geschichte als Fundament für heutige Langstrecken.
639 Kilometer, 12.000 Höhenmeter, durchgehend Regen: Die erste Grevet-Distanzfahrt von Wien nach Triest war ein echtes Abenteuer. Über historische Routen, durch Nebel und Gewitter, autofreie Organisation – ein Rückblick auf eine Reise zwischen Moderne, Mythos und mediterraner Sehnsucht.