Unserer Social Grevet rief alle wagemutigen Berliner und Dresdener Absolvent:innen unseres 2021er Grevet-Quartetts noch einmal zusammen. Ziel war es diesmal als Gruppe gemeinsam eine Gravel-Langstrecke zu absolvieren. Nach der langen Lockdownzeit, vielen Sologrevets und nur virtuellem Austausch, sollten sich alle Teilnehmenden endlich auch die Gelegenheit dazu erhalten, sich persönlich untereinander kennenlernen und über ihre Grevet-Erlebnisse austauschen zu können.

Zusätzlich haben wir den Anlass genutzt um Euch neue Grevetregionen im Harz, in Hamburg und in Bayern vorstellen. Mit Sandra, Joey und Stefan hat das Team Verstärkung von lokalen Connoisseurer:innen erhalten, die zukünftig ihre Lieblingslangstrecken im hohen Norden, in der Mitte und im Süden Deutschlands präsentieren werden.

Harz: Grenzübertretung

Der Harz ist ein Gravelparadies mit perfekten Feinschotterwegen, das noch auf seine Entdeckung harrt. Denn die vielen guten Strecken sind hier nicht immer leicht zu finden, denn schnell kann man hier auch auf verblockte MTB-Downhills, oder in frisch verwüstete Harvesterschneisen geraten. Joeys Route hat uns jedoch das Revier wirklich schmackhaft gemacht! Strahlend blauer Himmel und die feinen Wege im Harz zauberten schon von Anfang an ein Lächeln in die Gesichter. Noch breiter wurde das Grinsen, als nach 30 km auch die erste Koffeinzufuhr (im Schatten) stattfinden konnte. In stetem Auf und Ab ging es auf den Brocken, den höchsten Punkt im Harz.

Aber da das feine Wetter auch Hundertschaften von Wanderern angelockt hat, wurde kurz die Aussicht genossen, Erinnerungsfotos gemacht und der Checkpunkt abgehakt, bevor es im Tiefflug zum Scharfenstein und einer zweiten, deutlich ruhigeren Einkehr ging. Es geht halt auch ohne Touristenmassen. Gestärkt noch ein paar Höhenmeter rauf zum nächsten Highlight: 8 km Abfahrt zur Okertalsperre auf einer perfekten Gravelpiste. Etwas ruhiger ging es entlang der Talsperre und auch nochmal etliche Meter rauf, sodass zum Schluss neben viel Spaß, überwältigenden Ausblicken und neuen Impressionen auch gut über 2.000 hm auf dem Ticker standen. Grenzen wurden selbstverständlich auch überwunden: die Baumgrenze, die innerdeutsche Grenze und teils wurden auch persönliche Leistungsgrenzen verschoben.

Berlin: Brandenberg

Den Berlinern waren vollmündig ‚Berge‘ im als topfeben geltenden Brandenburg angekündigt worden – und tatsächlich wurden am Ende ca. 1000 Höhenmeter abgeliefert. Die Runde führte gen Osten von den Rauener Bergen über die Sauener Berge bis in die Schornsteinfegerberge. Dabei gab es viele Skurrilitäten der Provinz zu bestaunen wie eine Brandenburg-Fluchtkapsel, einen Pappelmuttergarten und ein waschechtes UFO.

Begründet im GDL-Streik konnte das Grevet erst etwas verspätet außerhalb Berlins starten. Das hat inkl. diverser Defekte und einer längeren Mittagspause (nur Supermarkt!) dann aber trotzdem gereicht, um nach knapp 200 Kilometern noch im Hellen nach Hause zu kommen. Trotz einiger Wellen blieb die Gruppe des Berliner Social Grevet komplett bis zur Halbzeitpause zusammen, es kullerte harmonisch. Nur auf den letzten 20 km zog sich das Feld dann auseinander, da einige noch im Hellen ankommen wollten, andere wiederum in Ruhe das Grande Finale erleben wollten und ein wenig in die Dunkelheit fuhren. Sascha musste leider auf den letzten Kilometern nach einer Panne abbrechen.

Eine Besonderheit waren diverse Schwarzwild-Sperrzäune auf der Strecke, die mal wieder einem Virus – diesmal der Afrikanischen Schweinepest – zu verdanken waren. Dadurch war im Vorfeld umfangreiches Nachscouting nötig geworden und die Streckenführung musste leicht angepasst werden, um Zonen mit Betretungsverbot zu umfahren, wodurch der Asphaltanteil leicht anstieg. Zwar musste während des Grevets noch das ein oder andere Wildtor geöffnet sowie anschließend geschlossen werden, im Endeffekt verlief die Fahrt aber trotz der Hindernisse problemlos.

Einen sehr guten Eindruck vom gemeinsamen Tag in Brandenburger Outback vermittelt dieses tolles Video von S3 Velo.

Einige Tage nach dem gemeinsamen Social Grevet Termin brachen zudem noch eine kleinere Gruppe um Jeneba, Tatiana und Robert auf. Robert hat kurz vorher noch schnell sein Rad wieder flott gemacht, das zuvor durch einen Ast zum Singlespeeder degradiert wurde. In den Instagram-Berichten der Drei finden sich tolle Eindrücke. Auch die drei Wertungsfahrer:innen hatten einen guten Tag auf der Strecke und sichtlich viel Spaß. Gegen Ende kam es jedoch nach einem Missgeschick auf regennassen Pavé zu einem Sturz. Zum Glück kam niemand ernsthaft zu Schaden, an die Weiterfahrt war aber erstmal nicht mehr zu denken. Die drei entschieden sich dann gemeinsam abzubrechen, so wie sie auch zuvor gemeinsam als Team gefahren sind. Sie wollen es stattdessen 2022 nochmal versuchen und dann endlich eine Gravel-Langstrecke auf ihrer Bucket List abhaken.

Bayern: Raisting an Erde

Als vorletztes stand das Social Grevet in Oberbayern auf der Liste. Die Wettervorhersage war vielversprechend und so standen pünktlich 9 Uhr alle abfahrbereit am Sebastiani Steg in Wolfratshausen, südlich von München.

Ein guter Mix aus Gravel und kleinen asphaltierten Sträßchen führte die Gruppe eine große Runde um den Starnberger See: Vorbei an den Osterseen, an der Erdfunkstelle Raisting und dem Kloster Andechs, um nur einige Highlights zu nennen.

Flo sagt über das Event, dass selbst er als „Einheimischer“ eine Menge toller neuer Wege, Straßen und Plätze kennengelernt hat und diese auch noch mit einer tollen und sehr ausgeglichenen Truppe unsicher machen konnte. “Weiter so!” ist sein daraus abgeleitete Fazit.

Bei Sonnenschein genossen alle ein regionales Eis von einem Automaten und auch für eine Einkehr auf Kaffee, Spezi und Pommes am Maisinger See war noch Zeit.

Julis Fazit: „150 KM waren erst mal ne Ansage- haben aber dank unserer netten Gruppe und der  super Organisation richtig viel Spass gemacht. Freu mich auf eine Wiedersehen im nächsten Jahr:)“

Zu neunt gestartet und zu acht pünktlich zur einsetzenden Dämmerung im Ziel angekommen. Gute Quote, oder? Einer musste vorauseilen, denn am Abend stand noch eine Verabredung an und die sollte man ja nicht warten lassen.

10 Fakten zum Event:

1️⃣ Alle angemeldeten Gravelmenschen waren pünktlich am Start

2️⃣ Vegane Zimtschnecken für alle – lecker!

3️⃣ Bestes Wetter – Sonne, kaum Wind, nicht zu warm und nicht zu kalt

4️⃣ Zusammen bis ins Ziel gefahren 

5️⃣ Zwischenstopps für Eis, Pommes und Spezi 

6️⃣ Schotteranstiege sind anstrengender als Asphalt – Erleuchtung!

7️⃣ alle Checkpoints gefunden – okay, die Guides wussten ja wo gesucht werden muss 😉

8️⃣ Viele nette Gespräche und neue Gesichter

9️⃣ Radfahren macht Spaß, gemeinsam Radfahren macht gemeinsam Spaß

🔟 Vor der Dunkelheit im Ziel

Dresden: Hüttengaudi

Sommer, Sonne, Samstag. Der „Hüttengaudi“ Ende September übertraf was er versprach: eine coole Gruppe erlesener Grandoneur:innen auf Fatbike, Gravelbike und teils abenteuerlichen Gerätschaften unter Führung der Dropbar Crew erlebte eine traumhafte und zugleich entlegene Strecke bei strahlendem Sonnenschein! In entspannter Manier strampelten wir insgesamt 125 km mit 2.200 Hm durch die Täler vorbei an Mühlen, Sägewerken, erkletterten uns Checkpoints und hatten einfach einen wunderschönen Tag. Zugleich wurde jede Aufgabe der 5 Checkpoints mit Zusatz-Punkten über-erfüllt. Da blieben keine Wünsche offen!

Tolle Impressionen sind entstanden, besonders hervorzuheben der Checkpoint 3: „Rasender Roland“. Wenn man tatsächlich den Dampfzug abpasst, welcher 11:26 und 15:26 Uhr und somit exakt zweimal am Tag vorbeikommt dann hat der Einsame Eisenbahnfreund Egon sein Soll für Checkpoint 3 eines “Eisenbahnromantik-Fotos” am Schotterbett übererfüllt. Bonuspunkte für alle und 1:0 für Gravelbike vs. Dampflock.

Fazit: Social Grevet ist tot, es lebe Social Grevet

Wir hoffen sehr darauf, dass die Corona-Lage im nächsten Jahr nicht erneut Lockdowns erforderlich machen wird und daher 2022 von vorneherein keine Trennung in Solo und Social Grevets nötig werden wird. Wir fanden es toll, die Langstrecke in der Gruppe angehen zu können und möchten dies daher auf alle Fälle wiederholen. Wir möchten daher grundsätzlich am Konzept des gemeinsamen Starts festhalten, wollen jedoch keinen expliziten “Social Grevet” mehr anbieten. Stattdessen werden wir zum Einstieg zur Himmelsleiter in den Gravel-Olymp beim Grevetquartet diesmal regulär einen gemeinsamen Starttermin anbieten. Denn zusammen macht es einfach mehr Spaß. Das traditionelle Solo- und Duo-Format hat indes auch seine besonderen Vorzüge und bleibt fester Bestandteil unserer Ausfahrten.

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